Lea Marlen Balzer arbeitet als Regisseurin,

Gletschermumie, Liebe (2025)

URAUFFÜHRUNG +++ TEXT IM S. FISCHER VERLAG +++ SHORTLIST DES PRAGER THEATERFESTIVALS DEUTSCHER SPRACHE 2025 +++


»Hallo Stefan / wir kommen später, wir sind hier noch mit der Polizei / wir hatten ja noch nie mit der Polizei zu tun / die Polististin hat gar keine Handschuhe an, komisch oder / nein, keine Nazis / hier auf dem Berg doch nicht / wegen einer Leiche / wegen einer Leiche, Stefan / da ist einer tot, ich versteh jetzt gar nicht was du von mir willst / Umluft Schatz, und vorher die Backfolie abnehmen / genau«



Ein Abend über den sogenannten Ötzi, also die höchst unwahrscheinlichen Geschichte eines Mannes, der in Schuhen aus Gras die Alpen bestieg, dabei ermordet, von einem Gletscher überrollt und 5300 Jahre später wiedergefunden wurde – von einem deutschen Ehepaar im Urlaub. Heute wird sein Körper nicht nur öffentlich ausgestellt, nackt, hinter Glas, sondern ist auch der meisterforschte der Welt. Aber was genau wollen wir eigentlich an ihm herausfinden? Ein Stück über das Verweilen, Schmelzen und Haltbarmachen, über Tupperware und Küsse wie Denkmäler.




Wo: Kampnagel Hamburg

Zum Text: S. Fischer Verlag

Text und Regie: Lea Marlen Balzer

Schauspiel: Kriemhild Hamann, Pia Zimmermann, Franziska Schulze, Lucas Zach, Lil Heinecker

Bühne und Kostüm: Lex Hymer

Dramaturgie: Alex Rœsr Vatiché, Sarah Heinzel

Regieassistenz: Julia Minssen

Fotos, Plakat: Richard Stöhr, Louisa Stickelbruck, Henry Boebst

Zwei Herren von Real Madrid (2024)

+++ SHORTLIST DES PRAGER THEATERFESTIVALS DEUTSCHER SPRACHE 2024 +++ EINGELADEN ZUM SALON KLEINER MICHEL +++ EINGELADEN ZUR GALA DER HAMBURGISCHEN KULTURSTIFTUNG +++



»darf ich fragen, was treibt sie an?«

»die ewige angst vor dem sterben. und pokale.«



Zwei Herren von Real Madrid führen ein höfliches Gespräch im Wald. Die Sonne scheint und es ist kalt – das schönste Wetter! Sie stellen fest, dass sie nicht nur beide Fußballprofis sind, sondern auch für denselben Verein spielen (Real Madrid nämlich). Die beiden tauschen Geständnisse und Komplimente aus, verbringen die Feiertage gemeinsam im familiären Umfeld und begegnen Sergio Ramos, dem Galaktischen, auf dem Vereinsgelände. Der Versuch, die richtigen Worte zu finden, führt in zarte Gespräche über selbstgebackenes Bananenbrot, eine Nagelschere und die Akropolis (genau, in Athen). Auf und neben dem Feld entspinnt sich eine stille Liebesgeschichte, an deren Ende eine schicksalhafte Pressekonferenz wartet, und ein echter Drache in den heißen Himmel Zentralspaniens aufsteigt.


Wo: Kiezstürmer Festival für junge Regie

Aufzeichnung: Zum Video

Text: Leo Meier

Spiel: Carina Sönksen, Franziska Schulze, Christin Wieder

Dramaturgie: Sarah Heinzel

Ausstattung: Lea Marlen Balzer, Sarah Heinzel, Leo Witowski

Fotos: Richard Stöhr

Titanic oder wie tief kann man sinken (2024)

+++ JURYPREIS IM NACHWUCHSWETTBEWERB DRACHENGASSE 2023 +++ PUBLIKUMSPREIS IM NACHWUCHSWETTBEWERB DRACHENGASSE 2023 +++



Die Menschen haben ein Schiff gebaut und es Titanic genannt. Es fährt hinaus aufs Meer und sinkt vier Tage und eine Nacht später. Aber es sinkt nicht wie andere Schiffe, sondern sehr, sehr langsam. Genug Zeit also für einen gewissen Jack und eine gewisse Rose, sich im hüfttiefen Wasser unverkrampft kennenzulernen. / OKAY, ICH KANN JA MAL DAS ZITAT SAGEN, DAS DEM STÜCK VORANGESTELLT IST. ES IST VON EINEM FINANZMINISTER. IN DEM ZITAT GEHT ES DARUM, DASS ES KEINE PROBLEME GIBT, SONDERN NUR DORNIGE CHANCEN. ES GEHT SO: »PROBLEME SIND NUR DORNIGE CHANCEN.«



Begründung der Wettbewerbsjury: »Die mit feinem Humor inszenierte Arbeit überzeugt durch eine vielschichtige Erzählung, die es schafft, durch kleine Gesten, Gedanken und Referenzen auf große Zusammenhänge blicken zu lassen. Die in diesem Aufriss skizzierte gestohlene Zukunft stellt das private Schicksal zweier Kunstfiguren in den Mittelpunkt und verweist dabei pointenreich und klug auf eine Menschheit, die ihr gemeinsames Prestigeprojekt mit Höchstgeschwindigkeit voraus gegen den Eisberg fährt. Die bemerkenswerte schauspielerische Darstellung verzichtet auf große Gesten und ist sich dennoch der Größe der thematischen Spann- und Tragweite bewusst.«



»Eine bewundernswerte, kreative One-Woman-Show.«
Veronika Schneider, Neue Wiener



»So relatable waren Jack und Rose wirklich noch nie.«
Lara Kastler, subtext.at


Wo: Theater Drachengasse Wien

Video: Zum Trailer

Text und Regie: Lea Marlen Balzer

Spiel: Alicia Peckelsen

Dramaturgie: Sarah Heinzel

Bühne, Kostüm: Henry Böbst

EUROMÜLL (2023)

VON IVANA SOKOLA (URAUFFÜHRUNG)



2018 beschloss die Europäische Union, den jährlichen Abfall durch Wegwerfprodukte aus Kunststoff einzudämmen, indem sie den Plastikstohhalm verbot. Ein lang ersehnter Hoffnungsschimmer? Oder eine politische Bankrotterklärung? Joe Kowalczuk, Monika Stefanesca le Guin und Janine Takács-West sind die letzten Cowboys von Brüssel. An der Theke des Saloons "The Fountain" kämpfen sie für... naja, das alles, Dings, exactement.



"Wie bitte? Die EU auf der Bühne und dann auch noch als Western? Ja, genau. Und das funktioniert ganz wunderbar. [...] Das Vergnügen, mit dem sich das Ensemble der Cowboy- und Cowgirlattitüde hingibt, ist ansteckend. Ein großer Spaß, aber kein bloßer Klamauk. „Euromüll“ erinnert in diesem Sinne an die großartige französisch-belgisch-deutsche Fernsehserie „Parlament“, die den Dreisprung fertigbringt, sich nach Kräften lustig zu machen über den EU-Zirkus, sich zugleich aber zu Europa zu bekennen und Wissen zu vermitteln über die Abläufe in Brüssel und Straßburg."
Joachim F. Tornau, Theater der Zeit



"Der Mix macht‘s – diese Misch-Methode bewahrt die Inszenierung vor allzu viel papierener Polit-Analyse. [...] Das ist auch das Verdienst des Marburger Ensembles, das sich sehr frech und flott (und voller kleiner, feiner Ironien) in das doppelte Abenteuer stürzt."
Michael Laages, Die deutsche Bühne



"Grotesk, witzig, nah an der Realität"
Sabine Jackl, Oberhessische Presse


Wo: Hessisches Landestheater Marburg

Text: Ivana Sokola

Spiel: Adele Emil Behrenbeck, Jorien Gradenwitz, Lilian Heeb, Georg Santner, Christian Simon

Bühne und Kostüm: Anton von Bredow

Dramaturgie: Ia Tanskanen

Assistenz: Nathalie Glasow

Miss Sara Sampson (2022)

NACH GOTTHOLD EPHRAIM LESSING



Lessing tragödisiert erstmals das Privatleben gewöhnlicher Menschen. Sie versuchen Beziehungen zu führen und ihr Glück zu finden – oder wenigstens eine Vorstellung davon, was das sein soll. Dabei spüren sie stets eine diffuse Verantwortung für sich und die ganze Welt, denn seit der Aufklärung lenkt kein überirdisches Schicksal mehr ihre Schritte. Überfordert steht er da, der Mensch. Aber was, wenn er gar keine Lust hat, Tragödienstoff zu sein? Vielleicht bleibt ihm noch die Zärtlichkeit.



Ein bürgerliches Trauerspiel über das erste bürgerliche Trauerspiel. Mit aus dem Stegreif gedichteten Elfchen und drei sehr moralischen Tieren.


Wo: Thalia Theater Hamburg

Video: Zum Trailer

Spiel: August Kirschgens, Pia Zimmermann, Nélida Martinez, Nele Christoph, Julika Frieß

Dramaturgie: Albert Heilmann, Carlotta Rogge

Bühne: Lisa Rinaldi, Rosa Thiemer, Hülya C. Braasch

Kostüm: Sara Bentivogli, Sophie Büscher, Trisha Jung

Regieassistenz: Melanie Schmidt

Mentoring: Anne Lenk

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